Gemeinde soll mehr in die Vereine investieren

Die Kranenburger Wählergemeinschaft Bürgerdialog ist neu im Rat der Gemeinde. Es ist der erste Haushalt, den die Vertreter der Bürgerinitiative zu bewerten haben. Im Vorfeld der Beratungen sprachen wir mit Sandra van der Zweep (47), Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft.

Was ist Ihnen bei der Durchsicht des Haushalts aufgefallen?

SANDRA VAN DER ZWEEP Es sind hier mehrere Grunderneuerungen von Straßen aufgeführt. Angesichts der aktuellen Steuerausfälle wegen der Coronakrise fragen wir uns, ob das wirklich alles sein muss. Immerhin geht es hier um einmal 1,2 Millionen Euro in 2021 und um zwei Millionen Euro in 2022 – da sehen wir zumindest Potential für Einsparungen. Abschließend können wir das derzeit jedoch noch nicht bewerten.

Wo sollte die Gemeinde mehr investieren?

VAN DER ZWEEP Etwa bei den Vereinen. Wir sehen, dass für die Anlage des SV Nütterden viel Geld aufgebracht wird. Der Naturrasen wird überarbeitet. Daher wäre es nur gerecht, auch beim TuS Kranenburg zu investieren. Neben dem Klubhaus liegt eine Rasenfläche, die in ein Fußballfeld für Kinder umgebaut werden könnte. Denn der aktuelle Zustand stellt eine Gefahr dar. Die Gemeinde ist für die Pflege zuständig. Der kommt sie aber nicht ausreichend nach. Hier könnte gegebenenfalls auch ein dauerhaftes Kunstrasenspielfeld für Kinder gebaut werden.

Gibt es Grundlegendes, dass Sie an der finanziellen Struktur ändern wollen?

VAN DER ZWEEP Es geht um die Einnahmesituation. Man merkt, dass die Gemeinde sich hauptsächlich auf Grundstücksverkäufe konzentriert. Doch die sind endlich. Wir müssen dafür sorgen, uns andere Einnahmequellen zu sichern.

Eine Möglichkeit wäre, Unternehmen durch die Realisierung des neuen Gewerbegebiets an der Römerstraße zu binden.

VAN DER ZWEEP Da würde ich vorher gerne wissen, ob überhaupt ein Bedarf vorhanden ist und wie groß es ist. Auch im bestehenden Gewerbegebiet „Im Hammereisen“ sind noch Flächen frei. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass Kranenburg eine kleine Gemeinde ist und man es nicht allen recht machen kann. Auch nicht, was die Schaffung von Gewerbegebieten betrifft.

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